Plan B – Das große Brummen

Donnerstag, 12.3.2020 – Beginn: 9.00 Uhr – Eintritt frei!

Ohne Insekten geht es nicht. Bis zu 75 Prozent der Insekten in Deutschland sind verschwunden. Ein stilles Sterben, mit Folgen. Denn zwei Drittel der hundert wichtigsten Nutzpflanzen brauchen die Bestäubung durch Insekten. Neue Ideen müssen her: in Stadt, Land und privaten Gärten. Ob „Wildlife farming“ in England, findige Winzer in Frankreich oder Projekte, in denen deutsche Bürger ihre Nachbarschaft insektenfreundlich gestalten: „plan b“ stellt Ideen vor, mit denen das große Brummen wieder zurückkehren soll.

Nominierungen: Heinz Sielmann Filmpreis 2019

In „Das große Brummen – Ohne Insekten geht es nicht“ beleuchtet Autor Jochen Klöck ein Überlebensrezept für Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen: mehr einheimische Wildpflanzen für öffentliche und private Gärten, Blumen für Kornfelder und weniger Pestizide. Ein Projekt, das „plan b“ vorstellt: die Umwandlung von „Grünflächen“ zwischen Wohnblocks zu einem blühenden Insektenparadies. Gefördert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz. 19.000 Euro steuert die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG als Eigenleistung bei. Auch die Mieter sollen sich beteiligen, damit das neue Naturparadies als Gemeinschaftspark wahrgenommen und entsprechend gepflegt wird.

In der Landwirtschaft heißt das Zauberwort der Reformer: „Ökologische Intensivierung“. Der Engländer Marek Nowakowski, Agronom aus der Umgebung von Oxford, trainiert Bauern im sogenannten Wildlife Farming. Sein Konzept: die weniger ergiebigen Ränder der bewirtschafteten Felder aus der Produktion herauszunehmen und stattdessen gezielt mit Gräsern, Wildkräutern und Blumen zu bepflanzen. Diese kleinen Flächen reichen aus, um die Zahl der Bienen, Hummeln und Käfer messbar zu erhöhen. Die wissenschaftliche Auswertung ergab: Bis zu acht Prozent der Anbaufläche könnten umgewandelt werden, ohne dass die Bauern auf Erträge verzichten müssten.

In Frankreich versucht das Netzwerk DEPHY, eine Vereinigung von 3000 konventionell wirtschaftenden Bauern, den Einsatz von Pestiziden zu minimieren: Die DEPHY-Bauern pflanzen unter anderem ein breiteres Spektrum von Kulturpflanzen, arbeiten mit Fruchtfolgen und bekämpfen Unkraut mechanisch. Dabei werden sie von Biologen und Agro-Wissenschaftlern wie Florent Banctel beraten, der Weinbauern im Loire-Gebiet dabei hilft, weniger Gift einzusetzen. Bei 59 Prozent der Betriebe konnte der Einsatz von Pestiziden um 42 Prozent reduziert werden, ohne dass es Abstriche am Ertrag gab.

Land/Jahr: Deutschland, 2018
Spiellänge: 28 min.
Regie: Jochen Klöck
Autor: Jochen Klöck
Kamera: Frank Reichert-Facilides,
Oliver Vogt
Schnitt: Thomas Keller
Sprecher: Sandra Gerling
Redaktion: Sebastian Nuss (ZDF)
Produktion: Nils Vise und Linda Ky
(META Productions)
Webseite: planb.zdf.de
Regisseur: Jochen Klöck

Nach dem Magister-Studium der Politischen Wissenschaften in München und einer zweijährigen Ausbildung an der Axel-Springer-Journalistenschule in Berlin stürzt sich Jochen Klöck (geb. 1965) zunächst in den Print-Journalismus. Ab 1992 schreibt er Reportagen für diverse Zeitschriften und Magazine (Bild am Sonntag, Stern, Brigitte), entdeckt aber Ende der 90er Jahre als Reporter für Sat.1 mit großer Begeisterung die Welt der bewegten Bilder. Es folgen mehrere Jahre als CvD und Redaktionsleiter bei der Berliner Produktionsfirma Medienkontor FFP, bevor er mit zwei Kolleg*innen in Berlin für acht Jahre eine eigene Firma gründet: die Hans Otto Film GbR. Seit 2016 dreht er als freier Autor Reportagen für verschiedene deutsche Fernsehsender und schreibt – wann immer er die Zeit dafür findet – Kriminalromane, die im ligurischen Genua spielen.

Fotos

Jena - Lichtstadt

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

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