Österreich – Die Kraft des Wassers: Im Fluss der Zeit

Freitag, 13.3.2020 – Beginn: 20.30 Uhr – Eintritt: 3,00 € pro Person

Wasser ist nicht nur die Grundlage allen Lebens, es hat Österreich auch einige der spektakulärsten Naturwunder Europas geschenkt. In tiefen Wäldern springen Entenküken von hohen Bäumen, um schwimmen zu lernen, in unzugänglichen Klammen hat eine Urform der Forelle und in reißenden Wildflüssen das älteste Wirbeltier der Welt über Jahrmillionen überlebt.

Märchenwälder und Granitriesen: Steile Talhänge, dichte Wälder, eine wehrhafte Burganlage, die hoch über dem Fluss thront. Ein Ort wie aus einer mittelalterlichen Heldensaga – das Kamptal. Geologisch sind das Mühl- und Waldviertel die älteste Landschaft Österreichs und verdanken ihre Entstehung der Hebung der Böhmischen Masse. Von den Römern „Transdanubien“ genannt, ist es ein Kernland österreichischer Geschichte. Der wilde Nordwald ist eine herbe Schönheit und eigenwillige Landschaft. Der größte Fluss hier ist der Kamp. In seinem typisch braunen Wasser existieren die letzten Bestände der Flussperlmuschel. Was aussieht wie eine Kreuzung zwischen Regenwurm und Aal ist kein Fisch. Bachneunaugen sind Rundmäuler und gehören zu den ältesten Wirbeltieren der Welt. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen sie, vergraben im Bachbett, als blinde, zahnlose Larven.

Aus einer Baumhöhle sind leise Geräusche zu hören. Gänsesäger haben in einer alten Weide am Flussufer gebrütet. Die Küken sind gerade frisch geschlüpft, schon verlässt die Mutter das Nest. Die Küken rufen nach ihr. Diese ist ganz in der Nähe und hört sie, doch sie kommt nicht zu ihnen. Vom Fluss aus versucht sie die Küken aus der sicheren Höhle zu locken. Was dann folgt, ist kaum zu glauben: der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser.

„Es war eine der aufwendigsten Sequenzen, die wir gedreht haben. Die Vorbereitungen haben mehrere Monate gedauert. Die Bruthöhlen mussten gefunden und ferngesteuerte Minikameras installiert werden. Und als die Küken kurz vor dem Schlüpfen waren, waren wir rund um die Uhr hinter den Kameras bereit. Dann, eines Morgens war es soweit und der erste flaumige Federball hat sich todesmutig in die Tiefe gestürzt. Es war absolut berührend zuzusehen, wie eines nach dem anderen gesprungen ist, um im Wasser freudig die Mutter zu begrüßen. Das war Lebensfreude pur!“, so Rita Schlamberger.

Stärker als Stein: Wasser ist stärker als Stein. Und es gewinnt immer den Kampf dieser beiden Elemente. Im Gesäuse in der Steiermark kann man dieses Ringen eindrucksvoll erleben. Es ist eine von Eis und Wasser geschaffene wilde Hochgebirgslandschaft, die in punkto Schönheit ihresgleichen sucht. Keine Regenfront kommt an diesen schroffen Gipfeln vorbei. Als Wetterscheide holt das Gebirge ungeheure Mengen an Niederschlägen vom Himmel. Manchmal ist es auch zu viel. Sintflutartige Regenfälle prasseln aufs nackte Gestein und bringen gewaltige Wassermassen in Bewegung. Unbändige Fluten brausen durch enge Schluchten. Loses Gestein wird mitgerissen und ins Tal transportiert.

Wildbäche und Alpenflüsse sind nicht nur Versorgungsadern, sie transportieren auch den Stoff, aus dem in der Ebene neues Land gemacht wird. Was die Erosion weiter oben abgesprengt und weggeschliffen hat, wird von den wilden Wassern talwärts verfrachtet. Milliarden Tonnen Geröll wandern am Grund der Flüsse entlang, bis sie im Tiefland abgelagert werden.

Land am Strom: In der größten zusammenhängenden natürlichen Au-Landschaft Mitteleuropas lässt sich erahnen, wie Österreichs Flussniederungen bis ins Mittelalter ausgesehen haben. Wasser und undurchdringlicher Wald, bis zum Horizont. Dieses Naturparadies hat sich vor den Toren Wiens erhalten, denn die Donau-Auen konnten als Nationalpark vor Kraftwerksprojekten gerettet werden. Zu verdanken haben sie ihre Existenz jedoch dem Wiener Hof. Einst waren diese Wälder kaiserliches Jagdrevier und somit vor Rodung und Zersiedelung verschont. Für das Kaiserhaus und dessen hohe Gäste wurden pompöse Jagden inszeniert, die tagelang dauerten und Hunderten von Wildschweinen und Hirschen das Leben kosteten. Auch der Seeadler wurde bejagt und ausgerottet. Seine Rückkehr als Brutvogel ist eine Erfolgsgeschichte, die untrennbar mit dem Nationalpark verbunden ist.

Festival du Film animalier d’Albert
Frankreich, März 2019, Nominierung

Envirofilm/Ekotopfilm – International Festival of Sustainable Development Films
Slowakei, Mai 2019, Nominierung

Shanghai TV Festival
Shanghai, 10.-14. Juni 2019, Nominierung

NaturVision Filmfestival
Deutschland, Juli 2019, Gewinner „Beste Kamera“

Swiss Mountain Film Festival
Schweiz, August 2019, Nominierung

Green Screen International Film Festival
Deutschland, September 2019, Nominierung

Matsalu Nature Film Festival
Estland, September 2019, Nominierung

SILA Fest
Serbien, September 2019, Gewinner „Bestes Drehbuch“

Jahorina Film Festival
Bosnien & Herzegovina, September 2019, Nominierung

Festival International Nature Namur,
Belgien, Oktober 2019, Nominierung

International Green Culture Festival „Green Fest“
Serbien, Oktober 2019, Nominierung

Wildlife Filmfestival Rotterdam
Niederlande, Oktober/November 2019, Official Selection

Sondrio Festival
Italien, November 2019, Nominierung

Torello Mountainfilm Festival
Spanien, November 2019, Nominierung

Land/Jahr: Österreich, 2018
Spiellänge: 44 min.
Regie: Rita Schlamberger,
Michael Schlamberger
Autoren: Rita Schlamberger,
Michael Schlamberger
Kamera: Jiri Petr,
Michael Schlamberger
Schnitt: Omer Sacic
Ton: Martin Rohrmoser
Musik: David Mitcham
(Janácek Philharmonie Ostrava)
Sprecher: Peter Simonischek
Produktion: ScienceVision
Redaktion: Birgit Peters (ORF)
Jörg Krause (ARTE)
Webseite: www.sciencevision.at
Regisseur: Dr. Rita Schlamberger

Rita Schlamberger ist eine international erfolgreiche Regisseurin und Produzentin von Naturfilmen aus Österreich. Vor ihrer Karriere als Filmemacherin studierte sie Biologie und erwarb ihren Doktortitel an der Universität Graz. Schon als Studentin entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Welt unter Wasser, die sie auf vielen Tauchexpeditionen bis in die entferntesten Winkel der Erde führte. 2006 erwarb sie den Pilotenschein und nach den Alpen gelang es ihr, spektakuläre Flugaufnahmen in Afrika für einen Film über den Fluss Sambesi zu realisieren.

1992 gründete sie mit ihrem Mann Michael die Filmproduktion ScienceVision und produzierte seitdem unzählige, international preisgekrönte  Naturdokumentationen für BBC, Discovery, National Geographic, ZDF, NDR, NHK, THIRTEEN WNET, ORF, Servus TV und viele andere. Nach der vielfach ausgezeichneten Universum-Dokumentation „Donau – Lebensader Europas“ (Europe’s Amazon), zeigt ihr aktuelles Filmprojekt „Zurück zum Urwald – Nationalpark Kalkalpen“ (Making an Ancient Forest) mit welch unglaublichen Strategien, der „Organismus Wald“ seine Rückwandlung in einen Urwald vollzieht.

Regisseur: Dr. Michael Schlamberger

Michael war Kameramann, Produzent und Regisseur bei vielen international preisgekrönten Blue-Chip Naturkunde-Dokumentationen. Außerdem produzierte er AV und Multi-Screen Sendungen für diverse Veranstalter, unter anderem Museen und Nationalpark-Zentren. Michael ist ein qualifizierter Open Water Diver und erwarb 2006 seine Pilotenlizenz. 2008 erhielt Michael die ROMY, den österreichischen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Kamera für die ORF UNIVERSUM Dokumentation „Ol‘ Man River – Mächtiger Mississippi“. Michael hat einen ganz eigenen Stil entwickelt, sowohl bei der Kameraführung als auch bei seinen Produktionen, welcher inzwischen das Qualitätssiegel der ScienceVision Production trägt.

Fotos

Jena - Lichtstadt

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Stiftung Naturschutz Thüringen