Magisches Island

Samstag, 14.3.2020 – Beginn: 13.30 Uhr – Eintritt: 3,00 € pro Person

Leben auf der größten Vulkaninsel der Welt: Islands Küstenlinie ist rund 5000 Kilometer lang. Die raue, nordische Natur wird sowohl über als auch unter Wasser durch Vulkanismus geprägt, denn die Insel liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und damit auf der Kontaktzone zweier Kontinentalplatten. Rund zwei Zentimeter pro Jahr entfernen sich Nordamerikanische und Eurasische Platte voneinander. Aber ständiger Nachschub an geschmolzenem Gestein aus dem Bauch der Erde unter Island sorgt dafür, dass die Insel nicht auseinanderbricht. Tektonische Spalten füllen sich mal mit farbigem, mal mit kristallklarem Wasser. Seen sind kalt vom Gletscherwasser oder kochend heiß aus vulkanischer Aktivität. Flüsse wechseln die Fließrichtung und sind mal salzig, mal süß… Die Binnengewässer auf Island scheinen Kopf zu stehen. Aber auch im Meer um die Insel gibt es einiges zu Bestaunen.

Magisches Island ist ein Kaleidoskop überraschender Geschichten von Über- und Unterwasser vor der atemberaubenden Kulisse der isländischen Natur.

Unerwarteter Artenreichtum: Schon die kleinsten Meeresbewohner Islands, die Kieselalgen, Panzergeißler und Algen erstaunen den Zuschauer mit kunstvollen Formen und Farbenpracht. Dabei sind sie mehr als nur schön oder bizarr. Sie sind die Grundlage der Nahrungskette, haben vielleicht sogar Einfluss auf das Weltklima… Zum Phytoplankton gesellen sich im Laufe des Frühlings immer mehr schwebende Tierchen: Schnecken, Rippenquallen, Pfeilwürmer, Krebs- und Fischlarven. Bei genauem Hinsehen ist eines von ihnen schöner als das andere. Zusammen sind sie das „Grundnahrungsmittel“ der größeren Meerestiere, bis hin zu den mächtigen Bartenwalen. Die größte Artenvielfalt im Meer um Island herrscht am Meeresboden. Auf sandigen oder schlammigen Böden wächst Seegras. Das Reich von Plattfischen, wie Eisflunder, Doggerscharbe und Glasbutt, und Muscheln. Die Islandmuschel kann ein extrem hohes Lebensalter erreichen: Der bisher älteste bekannte Muschel-Methusalem ist 507 Jahre alt und damit möglicherweise das älteste Tier der Welt. Nur Schwämme und andere Tierkolonien, die sich durch Teilung verjüngen, können länger leben.

Geheimnisvolle Orte: Der Ozean rund um Island birgt noch viele Geheimnisse: Einige davon wurden erst vor relative kurzer Zeit entdeckt, wie etwa Strytan im Norden Islands, ein 50 Meter hoher, hydrothermaler Schlot, der im Jahre 1997 von einem Taucher entdeckt wurde. Wenn das 75°C heiße, Magnesiumsilikat-reiche Wasser, das aus dem Öffnung an der Spitze des Kamins quillt und mit dem kalten Salzwasser der Umgebung in Kontakt kommt, kristallisiert das Magnesiumsilikat aus und lässt den Turm immer weiter in die Höhe wachsen. Ein Vorgang, der seit 11.000 Jahren abläuft. Unzählige Mikroorganismen und Krebse besiedeln den von der hydrothermalen Quelle erbauten „Turm“, der wie der Stamm eines riesigen Baumes oder eine fremdartige Skulptur vom Meeresgrund aufragt. Im „Schatten“ des unterseeischen Turmes haben gefräßige Seewölfe ihr Revier. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass an solchen Eisen-Schwefel-Schloten das Leben auf der Erde entstanden sein könnte.

Über ganz kleine Wasserfälle entwässert der See Thingvellirvatn ins Meer. Der See ist fischreich, aber die Meerwasser führende Silfra-Kluft, die den See mit dem Meer verbindet, ist dagegen fast frei von tierischem Leben. Hier gedeiht nur hellgrünes „Trollhaar“, eine farbenfrohe Meeresalge, die die vulkanischen Felswände mit grellem Grün überzieht. Die Silfra- Kluft ist berühmt wegen ihres glasklaren Wassers, das wegen Sichtweiten von über 100 Metern als das „klarste Wasser der Erde“ gilt.

Eine viel geringere Sichtweite weist der Mývatn, der „Mückensee“, auf. Der See hat seinen Namen von den gigantischen Mückenschwärmen im Sommer, die Grundlage für den beachtlichen Fischreichtum und die vielfältige Entenpopulation sind. Im Sommer gibt es Zeiten, in denen Zuckmücken-Schwärme regelrecht schwarze Säulen am Ufer des Sees bilden. Deswegen heißt diese Mückenart auf Isländisch auch Rykmy (Rauchmücke).

Nominierungen: Beste Postproduktion 2019

Land/Jahr: Deutschland, 2018
Spiellänge: 50 min.
Regie: Jan Haft
Autor: Jan Haft
Kamera: Jan Haft,
Tobias Friedrich,
Kay Ziesenhenne
Schnitt: Jan Haft
Musik: Dominik Eulberg,
Sebastian Schmidt
Sprecher: Sebastian Winkler
Redaktion: Klaus Kunde-Neimöth
Produktion: Melanie Haft,
nautilusfilm GmbH
Webseite: www.nautilusfilm.de
Regisseur: Jan Haft

Der mehrfach ausgezeichnete Kameramann und Regisseur Jan Haft (*1967) zählt zu den innovativsten Tierfilmern in Deutschland. Nach den Studiengängen Geologie/Paläontologie folgte das Studium der Biologie. Anfang der 90er Jahre begann der Naturbegeisterte seine Laufbahn als Kameraassistent bei Tierfilmproduktionen. Schon 1996 gründete er die Nautilusfilm GmbH, eine der erfolgreichsten Firmen für Tierfilme in Deutschland.

Fotos

Jena - Lichtstadt

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Stiftung Naturschutz Thüringen